Stunde der Wintervögel 2019

Blaumeise. Foto: NABU/F. Krause
Blaumeise. Foto: NABU/F. Krause

Das Endergebnis der neunten „Stunde der Wintervögel“ bestätigt den Rückgang der Amsel. Auch in der Region Südost-Niedersachsen nahm der Bestand um 18 Prozent ab, stärker als auf Bundesebene (-14 Prozent) oder in Niedersachsen (-17 Prozent).

 

Positiv fällt das Ergebnis für den Haussperling aus, in Südostniedersachsen wurden 33 Prozent mehr Haussperlinge pro Garten festgestellt als noch in 2018. Auch die Kohlmeise, Platz 2 auf der Rangliste, konnte im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent zulegen.

 

Mit über 1420 Teilnehmenden wurden in diesem Jahr wieder mehr Vogelfreunde erreicht als in 2018 (1314 Teilnehmende). Die Daten stammen aus genau 950 Gärten und Parks, knapp 80 mehr als im Vorjahr. 

 

Wenn Vogelfreunde bei der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ am heimischen Futterhäuschen weniger zu zählen hatten, dann lag das vor allem am Wetter. Der bisher europaweit sehr milde Winter sorgt dafür, dass weniger Wintervögel aus dem Norden und Osten zu uns kommen. Auch finden viele Waldvögel außerhalb der Gärten genug zu fressen und sind nicht auf die Futterstellen angewiesen. Die Zahlen für manch typische Futterhausbesucher wie Blaumeise, Eichelhäher, Buntspecht oder Gimpel sind aus diesen Gründen niedriger als im Vorjahr. Grundsätzlich könnten sich auch in Zukunft bei milden Wintern weniger Vogelarten in den Gärten zeigen. Ob sich unabhängig diesen Bedingungen ein tatsächlicher Rückgang an Vögeln entwickelt, muss daher in Zukunft besonders aufmerksam verfolgt werden.

 

Die Amsel fuhr mit nur 3,0 Vögeln pro Garten in Südost-Niedersachsen bei der Stunde der Wintervögel 2019 ihr bisher schlechtestes Ergebnis ein und bestätigt damit den bundesweiten Negativtrend. Der starke Rückgang der Amsel kann unter anderem auf den trockenen Sommer 2018 zurückgeführt werden, in dem weniger Regenwürmer für die Jungvögel zur Verfügung standen, welche deswegen vermehrt starben. Ein weiterer wesentlicher Grund für den Rückgang der Amsel-Population dürfte die Usutu-Epidemie sein, die im vergangenen Sommer erstmals fast deutschlandweit aufgetreten ist und ihren Schwerpunkt auch in Niedersachsen hatte.

 

Starke Verluste sind auch beim Grünfink festzustellen, um 22 Prozent nahmen die beobachteten Individuen pro Garten (1,21) im Vergleich zu 2018 ab, seit mehreren Jahren geht damit der Bestand des Grünfinks in Niedersachsen zurück.

 

In den Top fünf kam es im Vergleich zu 2018 zu keinen Veränderungen: Am häufigsten gesichtet wurden in Niedersachsen der Haussperling, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.

 

Mehr zu den Ergebnissen und zur Aktion finden Sie hier: www.stundederwintervoegel.de


Und so funktioniert die Stunde der Wintervögel

Der Haussperling hat bisher immer den Schnabel vorn. Foto: NABU/M.Gräwe
Der Haussperling hat bisher immer den Schnabel vorn. Foto: NABU/M.Gräwe

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist.

 

Die Beobachtungen können dann im Internet gemeldet werden.

 

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig.

 

 

 

 

Die nächste Vogelzählung steht vom 10. bis 12. Mai an. Dann werden bei der „Stunde der Gartenvögel“ die Brutvögel in unseren Gärten und Parks erfasst.